Fast jeder wird den Begriff „Enkeltrick“ schon gehört haben. Und fast jeder hat schon Warnungen vor falschen Enkeln, falschen Polizisten und falschen Bankmitarbeitern gelesen oder gehört. Doch diese Art der Straftaten füllen weiter die Schreibtische der Staatsanwaltschaften. Und die Täter werden immer kreativer.
Wer glaubt, Betrug erkenne man sofort, irrt sich bereits.
Während eine Form der Betrugsdelikte auf Anonymität angelegt ist, lebt eine andere perfide Form des Betruges vom genauen Gegenteil: vom Vertrauen. Der sogenannte Enkeltrick zielt bewusst auf ältere, oft alleinstehende Menschen ab und nutzt die familiäre Verbundenheit als mentale Waffe gegen die Betroffenen.
Die Masche folgt einem eingespielten Muster: Ein meist älterer Mensch erhält einen Schockanruf, bei dem sich der Täter als naher Verwandter ausgibt und eine Notlage schildert – Unfall, Jobverlust, finanzielle Krise. Gezielt werden Mitleid, Leichtgläubigkeit und extremer Zeitdruck genutzt, um Rückfragen und Rücksprache mit anderen Angehörigen zu verhindern. Am Ende erscheint z.B. ein angeblicher „Freund“ an der Haustür und holt Bargeld oder Wertsachen für das vermeintliche Familienmitglied ab oder es wird bei der Online-Überweisung telefonisch Hilfestellung gegeben.
Neben dem klassischen Enkeltrick gibt es unzählige Varianten: falsche Handwerker, die sich Zugang zur Wohnung verschaffen oder angebliche Polizisten und Staatsanwälte, die eine „Sicherstellung“ von Bargeld und Schmuck vorgeben.
Die Polizei fasst all das unter dem Oberbegriff des Trickbetrugs zusammen.
Und besonders erschreckend: Während diese fast schon altbekannten Betrugsmaschen bisher zumindest ein gewisses schauspielerisches Talent der Täter erforderlich gemacht hat, kann die künstliche Intelligenz heute Stimmen beliebig verändern und Stimmen mit erschreckender Realitätsnähe nachahmen. Stimmimitationsprogramme heben damit das Risiko auf ein Niveau, das selbst für kritisch hinterfragende Betroffene nur schwer zu erkennen ist.
Künftig könnte die Stimme bei einem Anruf von einer unbekannten Nummer der Stimme des eigenen Kindes so sehr ähneln, dass selbst die eigenen Eltern nicht erkennen, dass es gar nicht das eigene Kind ist. Eine Entwicklung, die Ermittler und Präventionsexperten mit wachsender Sorge beobachten.
Der wirksamste Schutz gegen Trickbetrug jeder Art ist und bleibt die Aufklärung: Seien Sie wachsam. Geben Sie keine Informationen preis, mit denen mögliche Täter arbeiten können. Legen Sie im Zweifel auf und rufen Ihr Familienmitglied auf der Ihnen bekannten Telefonnummer zurück. Stellen Sie Rückfragen, dessen Antwort nur Ihr Familienmitglied wissen kann. Machen Sie sich bewusst, dass der strafrechtliche Betrug davon lebt, Emotionen, Zeitdruck oder Schocksituationen auszulösen und auszunutzen. Und machen Sie sich bewusst, dass die Bandbreite dieser Kriminalität so groß ist, dass Sie wahrscheinlich nicht darum herum kommen werden, von potenziellen Tätern irgendwann kontaktiert zu werden.
Sie sind bereits Opfer eines Betrugs geworden? Dann kontaktieren Sie uns. Wir klären über Chancen und Risiken und mögliche rechtliche Schritte auf.
Vivien Tzelepis, LL.M., Rechtsanwältin u. Fachanwältin für Strafrecht und Kyra Keller, Studentin der Rechtswissenschaften
Foto: © Mihail-Anton Ghiga (https://unsplash.com)
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